Gettig Tough – Beat The Summer II

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Ja richtig gelesen. Es gibt vom Getting Tough nicht nur das „The Race“ im Winter sondern seit dem Jahr 2017 auch eine Sommeredition.
Im letzten Jahr war ich nicht dort, da mir die Anreise (Mellrichstadt – im Norden Bayerns) einfach zu weit war und noch so viele andere Rennen anstanden. Gut, dieses Jahr waren es nicht wirklich weniger Rennen (im Gegenteil – ich glaube es sind sogar mehr als letztes Jahr), da ich aber viel Positives zu diesem Rennen gehört habe, wollte ich bei der zweiten Ausgabe unbedingt dabei sein. Damit sich die Anreise auch lohnte, meldete ich mich gleich für beide Distanzen an. Einmal die 18km und einmal 8km.

Am Freitag trat ich bereits die Anreise nach Bayern an. Grund war, dass die Läufe bereits am Samstag stattfanden (was ich persönlich bevorzuge, denn so kann man entspannt am Sonntag noch ausschlafen vor der Rückreise).
Bei bestem Wetter erreichte ich meine Unterkunft. Ich war nur zwei Orte von Mellrichstadt entfernt. Bereits dieser kleine Ort ließ erahnen, was an Höhenmetern am nächsten Tag auf mich zukommen sollten.

Obwohl ich in der ersten Startwelle war, war der Start noch relativ spät (ich glaube so gegen 10 Uhr?) und konnte gemütlich frühstücken. Da ich mich in einer Art Pension, welche privat geführt wurde aufhielt und nicht in einem Hotel. Wurde das Frühstück speziell für mich zu bereitet und es gab alles was das Herz begehrt. Also so gut hab ich schon ewig vor einem Rennen nicht mehr gefrühstückt 😀
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Am Gelände angekommen traf ich auf Fabian aus meinem Tough Mudder Team, der auch beide Distanzen laufen wollte. Am Check In und auf dem Gelände selbst traf man dann weitere bekannte Gesichter. Natürlich waren der Capitano Markus Ertelt als auch welche vom Team Getting Tough vor Ort, aber auch Läufer, die man von anderen Rennen bereits kannte. Außerdem lernte ich den “ Fat Racoon Racing“ aka Fabian kennen, der erst vor kurzem Weltmeister in seiner Altersklasse bei der 24H WM wurde :O

Mit der ersten Welle sollten wir dann starten. Das Starterfeld war recht überschaulich, das Warm-Up wurde vom Kallinator übernommen. Wer ihn kennt, kann sich in etwa vorstellen, wie das aussah 😉
Da ich nicht Vollgas geben wollte, startete ich nicht ganz vorne im Feld. Ziemlich blöde Idee, denn direkt nach der Startlinie gab es bereits die ersten beiden Hindernisse und somit staute es sich hier schon. Nur wenige Meter später kam bereits das erste Wasser. Man muss dazu sagen, es war an diesem Tag nicht besonders warm und auch noch teilweise etwas regnerisch. Es waren die Mudtrenches. Diese waren jedoch sehr steil und rutschig, dass es kaum möglich war, diese alleine zu bewältigen. Gefühlt brauchte ich Ewigkeiten hier durch. Meine angepeilte Zielzeit von Sub 3 Stunden sah ich weit in die Ferne rücken. Doch nun kamen teilweise etwas längere Laufpassagen, die nur immer mal wieder hauptsächlich durch die Eskaladierwände unterbrochen wurden.

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Einzig und alleine noch einmal ein Tempokiller war das Sandsackschleppen. Dies kam noch relativ zu Anfang und war nicht zu unterschätzen. Schwer waren die Sandsäcke nicht, aber die Strecke hatte es in sich. Es war weit mehr als 1km, welchen wir mit dem Sandsack zurücklegen mussten.  Und der Weg führte natürlich bergauf und bergab und zum Ende durften wir samt Sandsack noch einmal kriechen.

Neben den Eskaladierwänden kamen selbstverständlich aber auch noch andere Hindernisse. Zum Beispiel freute ich mich über den Weaver. Während hier viele Probleme hatten und ihre Burpees machen mussten, kannte ich den Weaver mittlerweile durch die OCR Series. Seit dem zweiten Rennen liebe ich dieses Hindernis und es freute mich, wie gut ich durch kam.

Dafür das wir uns im Norden Bayerns aufhielten, hielten sich die Steigungen in Grenzen. Es ging zwar häufiger bergauf, aber insgesamt waren die Steigungen kürzer. Dies machte das Laufen einfacher als erwartet. Nach rund 15km konnte man bereits den Start-Ziel-Bereich wieder hören. Nach den letzten Metern bergab ging es also wieder zurück in die Zivilisation und auf das alte Militärgelände. Nun folgten noch ein paar knallharte Hindernisse. Die Slackline war hierbei noch das einfachste, wenn man zu zweit war.
Doch danach kamen noch ein paar Kräfte zehrende Hindernisse. Zum einen waren da die Atlas Stones. Vom Gewicht her war das Tragen nicht so schwer, aber diese Dinger sind einfach unhandlich. Direkt danach ging es über ein A-Frame und es durfte ein Traktorreifen geflippt werden. Direkt im Anschluss hieß es Seilklettern. Hier gab es ein sogenanntes „Bracklet of Honor“, wenn man das Seil ohne Beine schaffte. Das Armband war mir in dem Moment egal, ich musste noch etwas Kraft in den Armen behalten und so konnte ich meine Technik mal wieder üben ^^ Dann kam das wohl schwerste Hindernis überhaupt. Hier mal ein Bild davon:
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Hier musste man unter der Kontruktion entlang hangeln ohne den Boden zu berühren.
Es war einfach schier unmöglich und viele schafften es nicht. Ich schaffte zwei Drittel der Strecke. Dann ließ die Kraft nach, weil ich zu lange hing und nicht wusste, wie ich den Übergang zum letzten Stück schaffen sollte. Doch um das ganze noch fieser zu machen, durfte man für das „Nicht-Schaffen“ des Hindernisses 30 Burpees machen. Ich hasse Burpees! Und jeder einzelne Tat nach diesem Versuch und den bereits zurückgelegten knapp 16km ordentlich weh. Und direkt danach kam noch ein Hindernis und zwar „Der Boden ist Lava“. Zwei Holzwände, durch die man durch musste ohne den Boden zu berühren. War schwieriger als es aussah! Erst recht, wenn einem die ganze Kraft aufgrund der Burpees fehlte… Doch irgendwie biss ich mich durch. Nun noch eine Wand und mein Lieblingshindernis – Ringe und eine Halfpipe. Diese versaute ich beim ersten Mal. Ich dachte, ich komme bereits oben ran (kam ich auch, aber nur mit den Fingerspitzen) und machte einen Schritt zu wenig. Beim zweiten Anlauf  klappte es. Über eine Wasserrutsche ging es dann wieder nach unten und ins Ziel.

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Nach 2:18:48 Stunden für die circa 17 Kilometer war ich dann auch schon im Ziel. Weit unter meinen Erwartungen!

Insgesamt konnte ich mich damit bei den Damen auf Rang 18 von 129 einordnen und schaffte in meiner Altersklasse sogar den 5. Platz.

Nun war erst einmal Pause. Der 8km Lauf sollte erst gegen 16 Uhr starten. Nun ja, jetzt war es gerade mal halb 2. Natürlich hatte ich nicht daran gedacht, noch ein zweites Paar Rennkleidung mitzunehmen. Zum Glück hatte ich aber meine Dryrobe dabei und damit war ich auf jeden Fall ein Hingucker 😀
Die Motivation für den zweiten Lauf wurde aber nicht besser. Zwischenzeitlich fing es sogar ordentlich an zu regnen und meine Muskeln fingen langsam an weh zu tun.

Na ja, es gab keinen Weg drum herum. Das Ticket war bezahlt, also musste ich mich irgendwann wieder aus meiner warmen Dryrobe herausschälen, damit wir uns in den Warm-Up Bereich begeben konnten.
Jetzt standen also „nur“ 8km an. Dieses Mal startete ich etwas weiter vorne, um nicht gleich wieder an den ersten beiden Hindernissen im Stau zu stehen.

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Dann kamen die Mud Trenches, welche nicht einfacher waren, aber deutlich ausgewaschener. Sprich, der Sand und Matsch hatten sich schon ziemlich verflüchtigt und es schauten mehr Steine hervor. Das Ende vom Lied – diese waren auch noch sehr scharfkantig und nun befindet sich an meinem rechten Oberschenkel eine zweite Narbe…
Dann kamen noch ein paar Hindernisse die man kannte, bis man dann zur „Streckenteilung“ kam. Dieses Mal ging es nicht mehr durch den Steinbruch wie bei der 18km langen Strecke. Als wir dann wieder auf bekannter Strecke und dem Rückweg waren, zog sich dieses letzte Stück noch einmal extrem. Auch bei der 8km Strecke kamen zum Ende hin noch einmal die selben Hindernisse.
Auch dieses Mal schaffte ich das Ninja Hindernis nicht und durfte wieder 30 Burpees machen. Da meine Beine schon an dem Ninja Hindernis gekrampft hatten, befürchtete ich, das ich die Wände „Der Boden ist Lava“ dieses mal nicht schaffen wüde.
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Doch irgendwie biss ich mich ein zweites Mal durch. Dann war das Ziel auch schon zum greifen nah. Noch einmal wurde man nass und nach knapp 10km war dann das Ziel erreicht. Gerne wollte ich unter 1:30 laufen, aber das klappte leider nicht. Ich brauchte 1:38:04 Stunden bis ins Ziel. Aber das war unter diesen Bedingungen in Ordnung.

Mit der Zeit konnte ich außerdem den 4. Platz in meiner Altersklasse erlaufen und den 19. Platz (von 116) von den Frauen insgesamt.

Somit war dann der für mich erste Beat The Summer dann auch schon wieder Geschichte. Die für mich weite Anreise hat sich aber auf alle Fälle gelohnt. Die Strecke war schön zu laufen, die Hindernisse abwechslungsreich und nicht zu einfach.

Doch im Vergleich zu „The Race“ war es nicht ganz so hart und auch gerade mit der kürzeren Distanz ist dies fast ein Lauf für jedermann, der sich mal an einem OCR probieren möchte.

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Tough Mudder Schottland 2018

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Nur eine Woche nach dem Iron Viking und 2 Wochen nach dem Tough Mudder in NRW ging es auch schon wieder ins Ausland. Und zwar um genauer zu sein nach Schottland zum Tough Mudder. Letztes Jahr noch mit einem wunderbaren Urlaub verbunden, ging es dieses Mal nur für das Wochenende hin. Dieses Mal stand auch das erste Camping im Ausland an.
Voller Leichtsinn packte ich nur kurze Sachen ein, denn in den letzten Wochen war das Wetter bei uns ziemlich gut gewesen und im Mai war es auch bereits sehr warm in England gewesen. Tja, doof gelaufen, denn das meiste Wochenende hatten wir Regen gehabt und es war deutlich kühler als beim letzten UK-Besuch. Und außerdem hatten wir mal wieder das Vergnügen mit den Mücken – vielen Mücken.

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Start in die Tough Mudder Saison 2018

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Im Mai war es dann wieder so weit. Es begann die europäische Tough Mudder Saison. Eigentlich hatte ich ja vor gehabt, dieses Jahr weniger Tough Mudder zu laufen, aber ich ließ mich wieder zu mehr überreden. Unter anderem auch deshalb, weil ein Kumpel von mir dieses Jahr seinen ersten World´s Toughest Mudder laufen möchte.

Die Saison begann wie zuletzt auch mit London West. Die Strecke befand sich noch immer im kleinen idyllischen Henley on Thames im Culden Faw Estate.

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OCR Series Season 2017/2018

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Die OCR Series ist eine Wettkampfserie.
Während Tough Mudder und andere Läufe mehr auf Teamgeist setzen und einfach nur dazu motivieren sollen, einmal an seine Grenzen zu gehen und darüber hinaus, gibt es bei den meisten Formaten mittlerweile „Elite“ oder „Competitive“ Wellen. Hier tritt man nicht nur gegen seinen inneren Schweinehund an, sondern auch im Einzelkämpfermodus gegen andere Läufer.
Ähnlich ist es ja auch beim Tougher, Toughest und World´s Toughest Mudder – nur das es bei den Competitive-Läufen von TM weiterhin erlaubt ist, sich gegenseitig zu helfen. Bei anderen Läufen – wie eben der OCR Series ist dies nicht erlaubt. Immerhin zählen sie auch als Qualifikationsläufe für die European und World Championchips.

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Ausrüstung World´s Toughest Mudder

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Ich habe ja bereits letztes Jahr darüber berichtet, wie ich mich bei meinem 8-Stunden-Hindernisrennen über Nacht ausgestattet habe und wie meine Planungen für die diesjährigen Nachthindernisläufe aussehen. (Falls ihr es noch nicht gelesen habt und ihr euch auch zum Beispiel für den Toughest Mudder in Berlin-Brandenburg vorbereiten wollt, schaut hier für meinen Erfahrungsbericht und hier für meine Ausrüstung).

Nun ist ein 24-Stunden-Hindernisrennen noch einmal eine ganz andere Sache, als ein 8-Stunden-Hindernisrennen nur über Nacht.
Man ist das Dreifache an Zeit unterwegs, was bedeutet, dass das Grundtempo langsamer ist, als bei der 8-Stunden-Variante. Langsameres Tempo bedeutet, dass auch die Körpertemperatur schneller sinken kann.
Zum einen waren aber auch die Wetterverhältnisse anders. Während im Mai in England durchgängig 8-12 Grad Luftemperatur waren, hatten wir in Las Vegas tagsüber circa 27 Grad und nachts kühlte die Luft auf 10-12 Grad runter. Die Luft tagsüber war sehr trocken und nachts kam ein leichter Wind dazu.
Außerdem spielte auch eine Rolle, dass wir bei WTM den Lake Las Vegas hatten. Somit hatten wir neben den Wasserhindernissen auch noch oft genug die natürlichen Wasserquerungen. Und man muss dazu sagen, der Lake Las Vegas war recht frisch, dafür das wir uns in der Wüste befanden.

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Laufbandanalyse

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Wer kennt es nicht. Man macht Sport und denkt man tut seinem Körper etwas gutes und dann kommen sie doch irgendwann – die Wehwehchen, weil wir Signale unseres Körpers nicht hören oder nicht hören wollen.
Ich muss dazu sagen, dass es sich bei mir in den 5 Jahren, in welchen ich jetzt regelmäßig laufe, in Grenzen gehalten hat. Die ein oder andere Muskelverhärtung oder den ein oder anderen Krampf zähle ich nicht zu Verletzungen dazu. Damit hat jeder Läufer mal zu kämpfen.
Läuferisch bedingt waren es bei mir tatsächlich nur eine leichte Entzündung in der Hüfte (welche nach einer Woche Pause und Antibiotika schon wieder weg war) und jetzt zuletzt das Schienbeinkanten-Syndrom (wo ja zum Glück nur der Tribia-Muskel betroffen war und nicht die Knochenhaut). Solche Probleme entstehen zum einen – na klar, durch Überbelastung. Aber auch Fehlstellungen, falsche Bewegungsabläufe oder zu wenig Mobiliät und Stabilität in der entsprechenden Muskulatur führen zu Verletzungen und Entzündungen.

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Getting Tough – The Race VI

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Einmal durch die Hölle und zurück.
Zumindest fühlte es sich zum Ende des Rennens so an.

Wer nicht weiß, was Getting Tough ist: Es ist ein 24km Lauf in Rudolstadt mit an die 1000 Höhenmetern, circa 150 Hindernissen und vorallem Wasser – sehr viel kaltem Wasser.
Ich bin bereits 2016 in der Hölle von Rudolstadt gestartet und wollte es mir auch 2017 noch einmal antun. Warum eigentlich?
Diese Frage konnte ich nicht so recht beantworten, denn Spaß macht es eigentlich nicht, bergauf zu laufen, über zig Wände und Traktorreifen zu klettern und bei Temperaturen um den Gefrierpunkt durch Wasser zu schwimmen und zu tauchen…

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